Auf der Autobahn zum Trompetenecho
Sašo Avsenik und seine Oberkrainer begeistern mit gleich zwei Konzerten im Forum der Generationen in Großbettlingen
Als der Handharmonika-Club Großbettlingen den Kartenvorverkauf für das Konzert von Sašo Avsenik und seinen Oberkrainern eröffnete, war der Ansturm so groß, dass der Auftritt nach dem ersten Enthusiasmus bereits wieder gefährdet war. „500 Tickets waren in kurzer Zeit verkauft“, bestätigte Oliver Saur vom Handharmonika-Club, „das stellte uns allerdings kurzfristig vor ein Problem“. Der verfügbare Platz im Saal des Forums der Generationen lässt aufgrund der Pandemieregeln nämlich nur eine beschränkte Anzahl Menschen zu. „Sašo Avsenik erklärte sich bereit, am Samstag zweimal aufzutreten“, freut sich Oliver Saur über die pragmatische Lösung. So sahen am Samstagnachmittag 290 Fans das erste Konzert und am Abend feierten weitere 210 den Auftritt der Band. Seit fast 70 Jahren gibt es die typische Musik aus Slowenien. 1953 nämlich erfanden Slavko und Vilko Avsenik den Oberkrainer-Sound. Slavko Avsenik verstarb 85-jährig im Jahr 2015. Der Enkel Sašo Avsenik übernahm den Musikstil mit viel Herz und ist nun seit 13 Jahren mit seinen Oberkrainern auf Tour. Der Startschuss erfolgte im Jahr 2009 in der damaligen Eurovisionssendung „Musikantenstadl“.
Rasant und spritzig gaben die Oberkrainer aus Begunje gleich von Anfang an Vollgas und präsentierten nach und nach ihre Hits aus dem riesigen Repertoire. „Wir sind heute zum fünften Mal in Großbettlingen zu Gast“, gab Sašo Avsenik bekannt, bevor er mit „Hallo, kleine Maus“ eine Vorpremiere ankündigte. Ganz persönlich wurde es beim Abendkonzert, als beispielsweise Fan Matthias aus Stuttgart mit einem Wunschtitel bedacht wurde und die Musiker eine Jubilarin im Publikum mit einem Geburtstagsständchen überraschten. Wehmut und Erinnerungen kamen vermutlich bei den Zuschauern und der Band zurück, als „Musik, mein Glück“ erklang. „Das ist eine Hommage an den Auftritt meines Opas Slavko von vor 40 Jahren hier in Großbettlingen“, erklärte der Chef der Oberkrainer. Ein vorangegangener Outdoor-Auftritt bei minus fünf Grad an einem Lagerfeuer war der Grund für einen neuen Titel über beschwipste Musiker im Konzertprogramm. Schmunzelnd präzisierte Sašo Avsenik: „Bei diesen eisigen Temperaturen mussten wir uns mit Feuerwasser aufwärmen.“ Die Verbundenheit mit ihrer Heimat zeigten die Oberkrainer auf der Bühne während des Konzerts immer wieder. Die Freude über die Unabhängigkeit Sloweniens seit 30 Jahren brachte die Band mit dem Walzer „Mein Heimatland“ zum Ausdruck.
Lucija Selak und Luka Sesek bilden seit drei Jahren das Gesangsduo der slowenischen Band. Sie brillieren mit fröhlichen Stücken und überzeugen genauso bei sehnsuchtsvollen Melodien. Mitunter greift sich Sängerin Lucija Selak die „Steirische“ und setzt mit dem Instrument zur Freude des zahlreichen Publikums noch einen oben drauf. Der große Applaus war ihr gewiss. Zu den populärsten Aufnahmen der Oberkrainer gehören zweifelsohne das „Trompetenecho“ und „Auf der Autobahn“. Diese beiden Melodien fehlten auch bei den beiden Konzerten im Forum der Generationen nicht und die Zuschauer klatschten begeistert mit. Sašo Avsenik und seine Oberkrainer freuen sich, nach der zweijährigen Coronapause wieder auf Tour zu sein. Auch der Auftritt in Großbettlingen musste wegen der Pandemie im Vorfeld zweimal verschoben werden. Sašo Avsenik bekräftigte: „Die Zeit war nicht einfach, wir leben mit und von der Musik.“ Umso mehr waren die beiden Auftritte eine Wohltat für das Ensemble und das Publikum. Trotz 2G-Plus und Maskenpflicht im Saal des Forums der Generationen war die Stimmung ausgelassen und fröhlich. Dafür sorgten laut Oliver Saur auch die Vereinsmitglieder des Handharmonika-Clubs, die DRK-Bereitschaft Großbettlingen und Helfer vom Musikverein Aich, die für den reibungslosen Ablauf der Konzerte sorgten.
Ein kleiner Blick hinter die Kulissen einer solchen Veranstaltung:









