Männer, Helden, Urinale
HHC hatte den schwäbischen Mundwerker Klaus Birk zu Gast
Am Samstagabend musste in Großbettlingen niemand zum Lachen in den Keller gehen, man hat ja das Sportforum. Und ein bisschen wie Sport war es auch: erst muss man sich zwingen, hinterher ist man froh. Dort war auf Einladung des Handharmonikaclubs kein Geringerer als Klaus Birk zu Gange unter dem vielsagenden Motto „Lieb‘ mich, oder du kannscht mich mo gern ha“. Am Anfang und am Ende des Programmes wird‘s besinnlich. So kommt er schnell vom Fest der Liebe zur Liebe seines Lebens, dem VfB Stuttgart. Um seinen Fan-Schal, den er den ganzen Abend trägt, ranken sich viele Geschichten. Traurige, lustige und noch lustigere. Hieß es bei den Römer schon „teile und herrsche“, so kommt es auch den heutigen Spaßgladiatoren recht, das Publikum in unterschiedlichen Teilmengen anzusprechen. Die Fußballclubs bieten sich an, die Schwaben und Badenser, Deutsche und Österreicher und immer wieder Männer und Frauen. Das ist nicht zu hochgeistig, wenn auch hin und wieder schwäbisch-philosophisches anklingt wie „Man hat‘s, aber zeigt’s net“. Die Schönheit des Schwaben ist schwer zu sehen, weil er sie innen trägt. Statistisch gesehen muss man um die Erhaltung jener Art bangen, weil – wie er meint – sie zu langsam seien, die Natur gegen sich hätten und auch Angst vor dem Ergebnis. Es könnte aber auch daran liegen, dass sie „in nix neikomme welled“. Dabei findet er manchen Zeitgenossen so unerträglich, dass er „Aussterben“ durchaus für eine Alternative hält.
Der Altmeister, der stilistisch ein Vorfahre von Link Michel sein könnte, war einer der Ersten, als im Zuge der Globalisierung die Kabarett-Schwelle gesenkt wurde und das sogenannte „Dummschwätzen“ populär wurde. In diese Kategorie gehören kritische Analysen von Fragen wie, „Lebschd du au noch?“ oder „bisch au in der Stadt?“. Nochmal Philosophie: Der Mann redet, damit er hört, was er sagt, um zu begreifen, was er denkt. Die folgenden Wortspieltricks vom Adler-Horst, Hugo und Willi sind ja sauglatt.
Die Pause mit Bewirtung vom HHC kommt gerade recht. Passend nach der Pause geht es um Männer, die in Urinale p...en. Ob, zumindest optisch, Mücken erlegend mit hartem Strahl oder ein kleines Bällchen in ein kleines Törchen bugsierend wird der Herr der Schöpfung mit allerlei Gimmicks dazu gebracht, die gefürchtete Streureflektion zu vermeiden. Es folgen Betrachtungen über Männer- und Frauengehirne, Geschmacksfragen und Kommunikationsprobleme, Einkaufen und Socken auf dem Boden inklusive. Wussten Sie, dass eine kluge Frau schon im August anfängt beleidigt zu sein, damit sie ein schönes Weihnachtsgeschenk bekommt?
„Hen Sie au Nachbarn, die se uffrege?“. Hier werden Witze aufgefrischt und gemeinsame Lachtradition gepflegt, was nachhaltig ist. Selten lacht der ganze Saal, aber es gibt oft Treffer in großen Arealen und auf manchen Plätzen wird auch ständig gelacht. Auffallend ist, dass der Komiker die Frauen im Publikum direkt mit „Du“ anspricht, über die Männer aber meist indirekt mit „denen“ und „die“. Ein Super-Gag handelt von der Straßenbahn (Schienenfahrzeug!), die „falsch abgebogen“ ist. Apropos Schienen, über die Märklin Eisenbahn findet er zurück zum Weihnachtsfest und über selbstgestrickte Pullover zur Liebe, deren größter Feind herumliegende Socken sind. War da sonst nicht noch was mit Zahnpastatuben?
Wie dem auch sei, der HHC Großbettlingen hat
seinen Gästen mit dem Comedy-Altmeister Klaus Birk einen vergnüglichen Abend
bereitet und manchen Männern und vielen Frauen neue Erkenntnisse mit auf den
schwierigen Weg der Partnerschaft gegeben. Klaus Birk, man muss ihn einfach
„gern haben“ oder vielleicht sogar „lieben“.









